
Das Jahr des FC Monaco Royal beginnt mit einem Tusch. Im altehrwürdigen Cafe Münchener Freiheit trifft man sich mit Frau Utta Fischer zum Kaffee. Die Witwe des legendären Stenz, Helmut Fischer, spricht über ihren Mann, über ihre und seine Welt, über München und Fussball.
Hier Teil 1 – Über Monaco Franze….
über das zeitlose Phänomen Monaco Franze und die Begeisterung aller Generationen :
Soweit pflanzt sich das fort. Manchmal ist das schon merkwürdig und ich wundere mich darüber, wie ganz junge Leute, die das damals gar nicht gesehen haben, diese Faszination teilen, aber in erster Linie freut mich das natürlich.
über die Frage, wieviel Monaco Franze in Helmut Fischer war:
Vieles ja, aber vieles auch nein. Mein Mann war irrsinnig pünktlich und irrsinnig sparsam, hat nie Schulden gehabt. Hinter den Frauen war er schon her, dafür war er aber politisch sehr engagiert. Das hat er immer sehr betont, nur haben es ihm die Leute nie geglaubt.
über die Entstehung der Rolle “Monaco Franze”:
Der Helumt Dietl hat ihm ein Buch auf dem Leib geschrieben, auf der anderen Seite hätte er die Rolle ohne das vorherige Zusammentreffen mit ihm nicht schreiben können. Aber da haben sich einfach die zwei Richtigen, zum perfekten Zeitpunkt, am richtigen Ort getroffen. Das Treffen war wie ein Lottogewinn und für beide war sofort klar, das dies etwas ganz besonderes war. Es war eine Liebe auf den ersten Blick, nur eben war es Freundschaft, Freundschaft auf den ersten Blick.

Über die Serie „Monaco Franze“
Die Dreharbeiten haben lang gedauert – über ein Jahr auf jeden Fall. Zunächst sollte es auch mit der zweiten Folge statt mit der ersten losgehen. Das wurde aber dann getauscht. Anfangs war die Serie übrigens in Österreich noch beliebter als bei uns – dort sind die Leute – besonders die Wiener – regelrecht ausgeflippt. Die ganze Serie war ein großer Glücksfall für meinen Mann. Mein Mann hat sich auch den Erfolg, den die Serie gehabt hat, gar nicht vorstellen können. Dem Helmut sei Ziel war es auch eigentlich nur ein sehr guter Schauspieler zu werden. Der Dietl hat ihn regelrecht überzeugen müssen, dass er ein Hauptrollenspieler und ein Sympathieträger ist.
über Helmut Dietl und Freundschaften
Der hat schon eine große Rolle in seinem Leben gespielt. Die beiden haben ja täglich stundenlang telefoniert – das war ja fast schon eine Liebesbeziehung. Aber mein Mann hat immer sehr enge und intensive Freundschaften gehabt. Ich bin manchmal vom Büro nach Hause gekommen und da lag er mit dem Telefonhörer auf der Couch und hatte einen Heidenspaß. Ich habe mich selbst eigentlich mit allen seinen Freunden gut verstanden. Der zuverlässigste Freund war Dietl aber nicht. Er hat einen manchmal fallen lassen. Er war wie ein Tier, dass man nicht fangen konnte. Wenn er es darauf angelegt hat, waren die Leute – egal ob jung oder alt – bezaubert von ihm. Geradezu ein Hexer. Helmut und seine Freunde hatten ja eine Weile lang richtig viel Zeit und immer eine große Gaudi zusammen. Die waren ja auch alle arbeitslos. Ganze Nachmittage haben die miteinander verbracht und diskutiert. Arbeitslos zu sein hat auch sein Gutes, wenn es irgendwann aufhört.
Ich bin ja selber ein großer Dietl-Fan. Mir hat im Prinzip alles gefallen was er gemacht hat – besonders auch Rossini (… oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief; AdR). Auch die (Veronica) Ferres über die ich sonst geteilter Meinung bin, hat da hervorragend gespielt. Dietl lockte einfach das Talent förmlich aus den Schauspielern heraus – darin war er fast schon ein Magier. Sein letzter Film „Vom Finden und Suchen der Liebe“ war ein poetisches Werk und etwas ganz anderes als dass, was man von ihm gewohnt ist.
