Archive for Oktober, 2011

Das Ende

Posted by Nummer 28 On Oktober - 17 - 2011 ADD COMMENTS
 
 
 
 

 

Als wir auf den Platz kamen war er noch vollständig mit Raureif bedeckt. Unsere Gegner von Nuttingham Forrest, die mit dem besonderen Wortwitz, liefen sich zaghaft warm und hinterliessen Spuren. Als wir um 8:57 Uhr, 3 Minuten vor Spielbeginn, noch immer zu acht waren, gähnte uns 90 Minuten Leere entgegen. Hier also im Raureif von Perlach, mit sieben anderen endete die Saison des FC Monaco Royal. Wahrlich, das hatten wir uns anders vorgestellt. Janik schlug als Aufstellung 4 – 3 – 1 vor. Dazu reichte es leider nicht, wenn wir mit Torwart spielen wollten. Also dann 4-3-0, was sich nach 8 Minuten und 0-2 Rückstand als taktische Fehlleistung herausstellte.

Die Bälle schlugen dumpf ins noch gefrorenen Netz ein. Kaum beulte es sich und allein ein bisschen Reif schneite zu Boden.
Eine nette Spielzeit mit mehr Ups als Downs schien ein unrühmliches Ende zu finden. Die Wende kam mit Tim und Mo, die in indisponiertem Zustand irgendwann an der Seitenlinie auftauchten und Anstalten machten aus uns acht zehn zu machen. Als ob wir noch nicht genug gedemütigt worden wären, ließen sich die beiden unerhört Zeit beim Richten ihrer Garderobe und trabten erst nach einem neuerlichen Querschläger durch den eigenen Strafraum gemächlich auf den Platz.

Was folgte war Aufbäumen im Morgennebel. Von unserer beinahen Vollzähligkeit zeigte sich Nuttingham beeindruckt und öffnete die Schleusen. 2-2 binnen weniger Minuten. Mittlerweile stand Christoph bei uns im Tor, doch auch weil er eine Kapuze trug und somit die Kommandos der inzwischen anwesenden Abwehr nicht hörte fingen wir das Nächste. Das letzte Saisonspiel folgte keinen erklärbaren Gesetzen, keiner Taktik, beinahe keinem bekannten Sport und so machte es gleich zweimal Bumm dank Ulf und Max, 4-3 Monaco. Wir steuerten nach 25 Minuten einem Handballergebnis entgegen.      

Zur Halbzeit die üblichen Rufe nach Konzentration, Geschlossenheit, Löcher im Mittelfeld stopfen. Und Jungs: Aus der Distanz schiessen, der Boden ist rutschig. Wir schienen in der Normalität angekommen.

Der Spielverlauf flachte ab und erst Maxens brachialer Flachschuss zum 5-3 ließ uns aus dem morgentlichem Gedümpel erwachen. Von Nuttingham war nicht mehr viel zu erwarten, dachten wir.  Christoph bediente per genialem Zuspiel den Gegner, Tims Oberschenkel machte aus 10 Monacos, 9 Monacos und 7 Mann luftlochten an einem kullernden Etwas vorbei, das anschliessend in die Maschen kroch. 5:5.

Unmut machte sich bei den Monacos breit. Lustlos wurde der Anstoss verpatzt. Die Niederlage war greifbar und wäre es Moritz und Janik in genialem Zusammenspiel nicht noch gelungen den 6:5 Siegtreffer zu erwürgen, vermutlich bliebe ein sehr fader Beigeschmack.

Als wir fertig waren wachte München gerade auf. Ein bizarres Spiel zwischen Tag und Traum.
Der Schiedsrichter hatte sich 90 Minuten nicht aus dem Mittelkreis bewegt und lächzte nach Kaffee.